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Lebensgeschichten und Familienerinnerungen

Transkript-Vorlage: so findest du die Stimme wieder

Transkript-Vorlage: Namen, lesbares Deutsch und eine Uhrzeit. So findest du Omas Satz in der Aufnahme wieder.

Hände blättern am Küchentisch durch lose Blätter einer Familiengeschichte

Oma sitzt am Dienstag im Wohnzimmer und erzählt vom Umzug 1968. Die Aufnahme hält das Lachen. Der Text daneben ist nur die Karte, mit der du später Minute zwölf wiederfindest. Wenn du eine Transkript-Vorlage brauchst, brauchst du drei Dinge aufs Papier: wer gesprochen hat, was in lesbarem Deutsch gesagt wurde, und eine Uhrzeit, mit der du in der Aufnahme springen kannst.

Was die Vorlage tun soll, und was nicht

Eine Transkript-Vorlage für zu Hause ist kein Forschungsprotokoll. Sie soll einem Enkel helfen, den Satz über den Umzug wiederzufinden, ohne die ganze Stunde noch einmal zu hören.

Wie du das Gespräch führst und die Originaldatei behältst, steht unter Eltern interviewen. Hier geht es nur um das Blatt danach: wie der Text gegliedert ist.

Universitäten schreiben dafür lange Regelwerke. Der TranskriptionLeitfaden der Universität Frankfurt teilt ein Transkript in drei Teile: oben wer da war, dann den Text, oft noch extra Blätter hinten. Für den Küchentisch reichen die ersten zwei. Den Sitzplan und die Schulstunde lässt du weg.

Oben auf die erste Seite: wer, wann, wo

Bevor der erste Satz kommt, steht ein kurzer Kopf. Ohne ihn weißt du in einem Jahr nicht mehr, welches Gespräch das war.

So reicht es für die Familie:

Gespräch: Oma erzählt vom Umzug
Datum: 3. März 2026
Ort: Wohnzimmer
Wer spricht: Anna, Oma

Mehr musst du nicht in den Kopf schreiben. Wer das Gespräch später liest, soll sofort sehen, wer am Tisch saß. Kürzel wie I und B sind für Studien gedacht. Zu Hause bleiben die Namen.

Jede Person bekommt eine eigene Zeile

Sobald Oma antwortet, fängt eine neue Zeile an. Zwischen den beiden Abschnitten bleibt eine Leerzeile. Genau so beschreiben es Kuckartz und Rädiker: ein Beitrag, eine Zeile, dazwischen Luft, damit man den Wechsel sieht.

Schreib den Namen fett, dann den Satz. Schreib so, wie man es vorlesen kann, nicht Buchstabe für Buchstabe nach dem Klang. Wenn Oma „hamwa kaum Geld ghabt“ sagt, schreibst du „Wir hatten kaum Geld.“ Den Klang hörst du in der Aufnahme.

So sieht der Ausschnitt aus:

Anna: Wie war das damals, als ihr umgezogen seid? [00:04:12]

Oma: Das war schwierig. Wir hatten kaum Geld. Aber meine Mutter hat immer gesagt, es wird schon. [lacht] [00:04:24]

Ein Lachen oder eine lange Pause darfst du in Klammern daneben setzen, wenn es zur Geschichte gehört. Du musst nicht jede Atempause zählen.

Programme für Studien wollen oft Spalten, Nummern und Namen, die niemand kennt. Der ATLAS.ti-Leitfaden zur Formatierung und Anonymisierung von Interviewtranskripten erklärt das für Arbeiten, die später veröffentlicht werden. In der Schublade zu Hause bleiben die echten Namen. Oma heißt Oma, nicht B1.

Die Uhrzeit, damit du in der Aufnahme springen kannst

Ohne Uhrzeit ist der Text eine schöne Mitschrift, aber keine Karte. Setz die Zeit an das Ende des Abschnitts, in dem jemand zu Ende gesprochen hat. Sekunden reichen. [00:12:04] genügt, um den Umzug wiederzufinden.

An der Uni steht oft vor jedem Sprecherwechsel schon eine Uhrzeit, und der Text wird in kurze Stücke geschnitten, weil daraus Untertitel werden. Der Leitfaden von CeDiS an der FU Berlin macht das für Videoarchive. Für ein Familiengespräch brauchst du das nicht. Eine Marke, wenn die Person wechselt, reicht.

Wenn du eine Stelle nicht verstehst, lass eine Lücke. Schreib nicht darüber, was du vermutest, als wäre es gesagt worden. Hör noch einmal hin. Der Satz in der Aufnahme gilt.

Der erste Text aus einer App ist ein Entwurf

Ein automatisches Transkript liefert oft schon die Namen und die grobe Reihenfolge. Betonung, Lachen und undeutliche Wörter fehlen meist, wie Sonix in seinen Formatierungstipps erklärt. Deshalb lässt du den Rohtext nicht so stehen. Du nimmst ihn in deine Vorlage. Du prüfst die Namen, setzt die Uhrzeiten und machst den Satz über den Umzug lesbar.

In FamilyStories entsteht dieser Text auf dem Gerät, nicht bei einem fremden Dienst. Die Originalstimme kann trotzdem bleiben. Der Text daneben ist die Karte. Fragen, mit denen das Gespräch anfängt, findest du unter Fragen an deine Eltern über ihr Leben.

So füllst du die Vorlage am Küchentisch

Mach es in dieser Reihenfolge. Dann bleibt später alles an seinem Platz.

  1. Leg den Kopf an. Schreib Gespräch, Datum, Ort und die Namen hinein. Sonst suchst du in einem Jahr die falsche Datei.
  2. Hör eine Minute Probe. Stehen die Stimmen klar genug? Wenn nicht, rück näher, bevor das ganze Gespräch so klingt.
  3. Schreib den Text in der Vorlage. Jede neue Stimme bekommt eine neue Zeile mit dem Namen, in lesbarem Deutsch.
  4. Setz die Uhrzeiten. Immer dann, wenn jemand anderes spricht.
  5. Lies einmal laut. Klingt ein Satz nach Oma? Wenn der Text steif wirkt, hör die Stelle noch einmal und mach ihn wieder mündlich, ohne den Sinn zu verdrehen.
  6. Speicher zwei Mal. Eine Datei zum Weiterlesen, etwa als Word. Die Aufnahme speicherst du extra. Der Text ersetzt die Stimme nicht.

Wenn du die Sammlung später mitnehmen willst, geht das in FamilyStories mit einem bezahlten Plan als Word- oder PDF-Datei. Ein gedrucktes Buch macht die App nicht.

Lieber ein Transkript, das sich am Küchentisch vorlesen lässt, als eines, das niemand wiederfindet.

Vedad Taranin, Gründer von FamilyStories

Der Text gehört an dieselbe Frage wie die Stimme

Ein sauber gegliedertes Transkript in einem Ordner ohne Namen ist nach einem Jahr wieder nur eine Datei. Die Geschichte steckt in der Stimme, die den Umzug erzählt.

FamilyStories schreibt das Transkript nicht nach Universitätsregeln. Die App nimmt die Antwort als Sprache auf, macht auf dem Gerät Text daraus und lässt die Originalstimme daneben. FamilyStories kann die Inhalte nicht lesen und nicht hören, weil sie Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Die App läuft auf iPhone und iPad. Der Gästelink ist ein Schlüssel: wer ihn hat, kann geöffnete Fragen lesen und bearbeiten. Bis zu zehn Menschen können in einem privaten Kreis die gemeinsamen Erinnerungen sammeln. Jeder kann beitragen: einen Namen, ein Foto, eine Stimme. Der Kreis ist zum Sammeln da, nicht zum Helfen.

Ohne FamilyStories bleibt dieser Ratgeber eine Vorlage für Kopf, Namen und Uhrzeit. Was dann fehlt, ist der Ort, an dem der Text nicht als lose Datei liegt, sondern an derselben Frage wie die Stimme.

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